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Tag des Einbruchschutzes 2026: Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit

Redaktion aufsperr24 · · Lesezeit ca. 5 Min.

Illustration: Haustür mit Zusatzschloss und Fenster mit abschließbarem Griff in der Abenddämmerung, daneben eine Uhr

Heute werden die Uhren zurückgestellt – und die Polizei ruft bundesweit zum Tag des Einbruchschutzes auf. Ein guter Anlass, Türen, Fenster und Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen.

Kurz gesagt

Der Tag des Einbruchschutzes findet 2026 am Sonntag, 25. Oktober, statt – am Tag der Zeitumstellung. Die Polizei nutzt ihn im Rahmen der Kampagne K-EINBRUCH für Beratungsaktionen, weil in der dunklen Jahreszeit erfahrungsgemäß mehr eingebrochen wird. Wichtigste Empfehlung: Türen und Fenster mechanisch sichern und die kostenlose polizeiliche Beratung nutzen.

Der Anlass: Zeitumstellung am 25. Oktober 2026

In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, endet die mitteleuropäische Sommerzeit. Genau diesen Tag hat die Polizei als „Tag des Einbruchschutzes“ gesetzt. Er ist Teil der bundesweiten Kampagne K-EINBRUCH, die die Polizei nach eigenen Angaben im Herbst 2012 gemeinsam mit Partnern aus Versicherungswirtschaft, Industrieverbänden und Errichterfirmen gestartet hat. Das Motto lautet „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“: Die durch die Zeitumstellung gewonnene Stunde soll man nutzen, um sich über Einbruchschutz zu informieren.

Der Termin ist bewusst gewählt. Mit dem Ende der Sommerzeit wird es früher dunkel, und viele Wohnungen sind am späten Nachmittag schon unbeleuchtet, obwohl die Bewohner noch bei der Arbeit sind. Die Polizei Berlin schreibt in ihrer Mitteilung vom 22. Oktober 2026, dass die Einbruchszahlen zu Beginn der dunklen Jahreszeit erfahrungsgemäß wieder ansteigen.

Was die aktuelle Statistik sagt

Nach der bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 wurden im vergangenen Jahr 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl erfasst, einschließlich der Versuche. Im Jahr 2024 waren es 78.436 Fälle. Die Aufklärungsquote sank laut BKA-Factsheet von 15,3 auf 14,1 Prozent. Wie sich die Zahlen in den Jahren davor entwickelt haben, lesen Sie in unserem Beitrag zur Entwicklung der Wohnungseinbrüche laut BKA-Statistik.

Kennzahl20242025
Erfasste Fälle (inkl. Versuche)78.43682.920
Aufgeklärte Fälle11.98411.672
Aufklärungsquote15,3 %14,1 %

Quelle: BKA, Factsheet PKS 2025 – Wohnungseinbruchdiebstahl.

Die Polizei betont auf ihrer Kampagnenseite aber auch die gute Nachricht: 2025 kamen 44,9 Prozent der Einbrüche nicht über das Versuchsstadium hinaus – nicht zuletzt wegen sicherungstechnischer Maßnahmen. Fast jeder zweite Täter gibt also auf, bevor er in die Wohnung gelangt. Zum Vergleich mit der Zeit vor der Pandemie: 2019 wies die PKS noch 87.145 Fälle aus.

Was die Polizei am Aktionstag anbietet

Rund um den 25. Oktober informieren Polizeidienststellen gemeinsam mit Fachbetrieben und Versicherern in vielen Regionen über wirksame Schutzmaßnahmen. Zwei Beispiele aus den Pressemitteilungen dieser Woche:

  • Berlin: Die Polizei Berlin und die Tischler-Innung Berlin öffnen am 25. Oktober 2026 von 12 bis 16 Uhr das Foyer des Polizeipräsidiums am Platz der Luftbrücke 6 für eine kostenfreie Sonderberatung. Um 13 Uhr wird ein präpariertes Sicherheitsfenster einem Aufbruchversuch unterzogen.
  • Vorder- und Südpfalz: Das Polizeipräsidium Rheinpfalz bietet kostenlose Beratungen bei Ihnen zu Hause an – nach Terminabsprache. Nach Angaben der Polizei gelang es bei der Hälfte der rund 800 im Jahr 2025 dort registrierten Fälle den Tätern nicht, in Wohnungen oder Häuser einzudringen.

Wer heute keine Zeit hat, verpasst nichts Grundsätzliches: Die (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen beraten das ganze Jahr über kostenlos und herstellerneutral. Über die Beratungsstellensuche auf polizei-beratung.de finden Sie die Stelle in Ihrer Nähe.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

Die Polizei empfiehlt grundsätzlich die mechanische Sicherung aller Fenster und Türen. Elektronische Systeme wie Alarmanlagen sind eine sinnvolle Ergänzung, ersetzen aber keine stabile Mechanik. In der Praxis haben sich diese Punkte bewährt:

An der Wohnungs- und Haustür

  • Immer abschließen: Eine nur zugezogene Tür hält allein die Falle im Schloss. Wer zweifach abschließt, nutzt den Riegel.
  • Schließzylinder prüfen: Ein Zylinder, der außen mehr als wenige Millimeter übersteht, lässt sich leichter abbrechen. Wie Sie ihn tauschen, erklärt unsere Anleitung zum Schließzylinder wechseln.
  • Schutzbeschlag und Zusatzschloss: Ein Schutzbeschlag deckt den Zylinder ab, ein Querriegel- oder Kastenschloss sichert Schloss- und Bandseite zusätzlich.

An Fenstern und Fenstertüren

  • Nie gekippt lassen: Ein gekipptes Fenster ist für Täter mit einfachem Werkzeug schnell zu öffnen – auch bei kurzer Abwesenheit.
  • Abschließbare Griffe und Pilzkopfverriegelung: Sie erschweren das Aufhebeln deutlich. Terrassen- und Balkontüren verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie oft nicht einsehbar sind.

Im Alltag

  • Zeitschaltuhren für Licht und Rollläden nutzen, wenn Sie abends noch unterwegs sind.
  • Den Briefkasten bei längerer Abwesenheit leeren lassen und Abwesenheiten nicht in sozialen Netzwerken ankündigen.
  • Schlüssel nie unter der Fußmatte oder im Blumentopf verstecken.
  • Auf Nachbarn achten und bei verdächtigen Beobachtungen die 110 wählen.

Eine ausführliche Übersicht, welche Nachrüstung an welcher Stelle sinnvoll ist und was sie ungefähr kostet, finden Sie in unserem Ratgeber Einbruchschutz nachrüsten.

Einbrüche passieren nicht nur nachts

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Einbrecher vor allem nachts kommen. Die Polizei weist darauf hin, dass Einbrüche häufig zur Tageszeit erfolgen – etwa während einer kurzen Abwesenheit zur Schul-, Arbeits- oder Einkaufszeit, am frühen Abend oder am Wochenende. Auch eine Umfrage im Auftrag der Versicherer unter rund 1.300 Einbruchsopfern zeigt einen Schwerpunkt zwischen 10 und 22 Uhr; nachts wird dagegen kaum eingebrochen. In den Wintermonaten verschiebt sich die Dämmerung genau in diese Zeitspanne. Deshalb gilt: Auch wer nur „kurz zum Bäcker“ geht, sollte abschließen und keine Fenster gekippt lassen.

Was Mieter tun können

Einbruchschutz ist keine reine Eigentümersache. Auch Mieter können ihre Wohnung nachrüsten, etwa mit einem besseren Schließzylinder oder einem Querriegelschloss. Nach Hinweis der Versicherer ist dafür allerdings das Einverständnis des Vermieters erforderlich – sprechen Sie Umbauten also vorher ab. Ohne Bohren kommen zum Beispiel abschließbare Fenstergriffe aus, die sich meist gegen die vorhandenen Griffe tauschen lassen. Wer sich nicht sicher ist, welches Schloss an der eigenen Tür verbaut ist, findet eine Übersicht im Ratgeber zu den gängigen Türschloss-Typen.

Bei neuen Fenstern und Türen empfehlen die Versicherer für den privaten Bereich geprüfte Bauteile der Widerstandsklassen RC2 oder RC3. Ebenso wichtig wie das Produkt ist die fachgerechte Montage: Ein einbruchhemmendes Element entfaltet seine Wirkung nur, wenn es richtig im Mauerwerk befestigt ist. Die Kampagne K-EINBRUCH bietet dafür eine Suche nach geprüften Fachbetrieben an.

Wenn doch eingebrochen wurde

Die Polizei rät Betroffenen, sofort den Notruf 110 zu wählen, nichts zu verändern und keine Spuren zu verwischen, bis die Polizei vor Ort war. Anschließend sollten Sie eine Liste der entwendeten Gegenstände erstellen und Ihre Versicherung informieren. Wurden Schlüssel gestohlen, empfiehlt die Polizei, die betroffenen Schließzylinder vorsichtshalber zu ersetzen. Ist die Tür beschädigt und lässt sich nicht mehr sicher verschließen, hilft ein Schlüsseldienst oder Fachbetrieb aus der Region – geprüfte Betriebe finden Sie in unserem Verzeichnis für Schlüsseldienste.

Fazit

Der Tag des Einbruchschutzes ist kein Anlass zur Panik, sondern eine jährliche Erinnerung. Die Zahlen sind 2025 gestiegen, gleichzeitig zeigt der hohe Versuchsanteil, dass Sicherungstechnik wirkt. Wer die gewonnene Stunde nutzt, um Tür und Fenster einmal kritisch anzuschauen oder einen Beratungstermin bei der Polizei zu vereinbaren, hat schon viel getan.

Häufige Fragen

Wann ist der Tag des Einbruchschutzes 2026?

Am Sonntag, 25. Oktober 2026. Er findet jährlich am Tag der Zeitumstellung statt, wenn die mitteleuropäische Sommerzeit endet.

Wer veranstaltet den Tag des Einbruchschutzes?

Die Polizei im Rahmen der bundesweiten Kampagne K-EINBRUCH, unterstützt von Partnern aus Versicherungswirtschaft, Industrieverbänden und Fachbetrieben. Die einzelnen Aktionen organisieren die Polizeidienststellen vor Ort.

Wie viele Wohnungseinbrüche gab es 2025?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 weist 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl aus, einschließlich der Versuche. 2024 waren es 78.436 Fälle.

Warum wird im Herbst und Winter mehr eingebrochen?

Mit dem Ende der Sommerzeit wird es früher dunkel. Unbeleuchtete Wohnungen zeigen dann schon am späten Nachmittag, dass niemand zu Hause ist, und Täter können sich im Schutz der Dunkelheit unauffälliger bewegen.

Ist die Einbruchschutz-Beratung der Polizei kostenlos?

Ja. Die (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen beraten kostenlos und herstellerneutral, viele bieten auch Termine bei Ihnen zu Hause an.

Was mache ich, wenn nach einem Einbruch die Tür nicht mehr schließt?

Erst die Polizei die Spuren sichern lassen, dann die Tür provisorisch oder dauerhaft sichern lassen. Ein regionaler Schlüsseldienst kann Zylinder tauschen und die Tür wieder verschließbar machen; vereinbaren Sie vorher einen Festpreis.

Seriösen Schlüsseldienst in der Nähe finden: Im aufsperr24-Verzeichnis sehen Sie Leistungen, Öffnungszeiten und Bewertungen der Betriebe, bevor Sie anrufen.

Quellen

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