Wohnungseinbrüche 2025: Was die BKA-Statistik verrät
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2025 das vierte Jahr in Folge gestiegen, während die Kriminalität insgesamt zurückging. Was hinter den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik steckt.
Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 2025 des BKA wurden in Deutschland 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich Versuchen registriert, 5,7 Prozent mehr als 2024 (78.436). Nur 14,1 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt, aber 44,9 Prozent der Einbrüche scheiterten im Versuchsstadium – vor allem dank mechanischer Sicherungen.
Die Zahlen 2025 im Überblick
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im April 2026 die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Berichtsjahr 2025 veröffentlicht. Danach registrierte die Polizei bundesweit 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl. Das sind 4.484 Fälle oder 5,7 Prozent mehr als 2024 (78.436 Fälle). Bemerkenswert ist der Kontrast zum Gesamtbild: Die Zahl aller registrierten Straftaten ging 2025 um 5,6 Prozent zurück, und auch die Diebstahlsdelikte insgesamt sanken. Laut dem PKS-Bericht an die Innenministerkonferenz war der Wohnungseinbruch die einzige Diebstahlsform mit einer Zunahme.
In der PKS zählen als „Fälle“ sowohl vollendete Taten als auch strafbare Versuche. Aufgeklärt wurden 2025 nur 11.672 Fälle, 312 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote sank damit auf 14,1 Prozent (2024: 15,3 Prozent). Zum Vergleich: Über alle Straftaten hinweg lag die Aufklärungsquote bei 57,9 Prozent. Ermittelt wurden 9.786 Tatverdächtige, 3,9 Prozent weniger als 2024.
| Jahr | Erfasste Fälle | Aufgeklärte Fälle | Aufklärungsquote |
|---|---|---|---|
| 2019 | 87.145 | 15.186 | 17,4 % |
| 2020 | 75.023 | 13.239 | 17,6 % |
| 2021 | 54.236 | 10.576 | 19,5 % |
| 2022 | 65.908 | 10.621 | 16,1 % |
| 2023 | 77.819 | 11.582 | 14,9 % |
| 2024 | 78.436 | 11.984 | 15,3 % |
| 2025 | 82.920 | 11.672 | 14,1 % |
Quellen: BKA, Factsheets PKS 2024 und PKS 2025 – Wohnungseinbruchdiebstahl (Stand April 2025 bzw. April 2026).
Rechnerisch registrierte die Polizei 2025 damit etwa alle 6,3 Minuten einen Wohnungseinbruch oder Einbruchsversuch. Bezogen auf die Bevölkerung ergibt sich eine Häufigkeitszahl von rund 99 Fällen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Der lange Trend: Höchststand, Tiefpunkt, viertes Plus in Folge
Nach Angaben des BKA stiegen die Fallzahlen von 2009 (113.800 Fälle) bis zum Höchststand 2015 (167.136 Fälle) jedes Jahr an. Ab 2016 (151.265 Fälle) folgte ein kontinuierlicher Rückgang bis zum Tiefpunkt 2021. Das BKA führt diese Entwicklung wesentlich auf präventive und repressive polizeiliche Maßnahmen zurück; 2020 und 2021 dürften zusätzlich Homeoffice sowie Grenzkontrollen und -schließungen während der Pandemie eine Rolle gespielt haben.
Seit 2022 zeigen die Zahlen wieder nach oben – 2025 war das vierte Anstiegsjahr in Folge. Zur Einordnung: Das Niveau liegt weiterhin unter dem letzten Vorpandemiejahr 2019, und zwar um 4,8 Prozent, und erreicht nur etwa die Hälfte der Werte von 2015. Der Abstand zu 2019 schrumpft allerdings von Jahr zu Jahr.
Fast jeder zweite Einbruch scheitert
Die für Verbraucher vielleicht wichtigste Kennzahl ist der Versuchsanteil. Laut Grundtabelle der PKS 2025 blieben 37.249 der 82.920 Fälle im Versuchsstadium stecken – das sind 44,9 Prozent (2024: 45,7 Prozent). Langfristig ist dieser Anteil deutlich gestiegen: 1993 lag er laut BKA bei 28,3 Prozent, den Höchststand gab es 2021 mit 48,7 Prozent. Das BKA führt den Anstieg auf die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen zurück, insbesondere auf technische Sicherungseinrichtungen.
Für die Praxis heißt das: Täter suchen den schnellen Weg und geben auf, wenn Tür oder Fenster nicht in kurzer Zeit nachgeben. Ein Schließzylinder mit Ziehschutz, ein Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung, ein Querriegelschloss oder abschließbare Fenstergriffe erhöhen den Widerstand genau dort, wo Einbrecher ansetzen. Welche Maßnahmen an welcher Stelle sinnvoll sind, erklärt unser Ratgeber Einbruchschutz nachrüsten. Wie Sie einen alten Zylinder selbst gegen ein geprüftes Modell tauschen, lesen Sie in der Anleitung Schließzylinder wechseln.
Regionale Unterschiede: Stadtstaaten vorn, Bayern mit der niedrigsten Belastung
Die absoluten Fallzahlen sagen wenig über das Risiko aus, weil die Länder sehr unterschiedlich groß sind. Aussagekräftiger ist die Häufigkeitszahl (HZ), also die Zahl der Fälle je 100.000 Einwohner. Die Ländertabelle der PKS 2025 zeigt große Unterschiede:
| Bundesland | Fälle 2025 | Fälle je 100.000 Einw. | Aufklärungsquote |
|---|---|---|---|
| Berlin | 10.618 | 288 | 7,9 % |
| Bremen | 1.277 | 181 | 12,8 % |
| Nordrhein-Westfalen | 27.530 | 153 | 11,9 % |
| Hamburg | 2.837 | 152 | 7,4 % |
| Bundesdurchschnitt | 82.920 | 99 | 14,1 % |
| Baden-Württemberg | 5.844 | 52 | 17,6 % |
| Thüringen | 975 | 46 | 24,4 % |
| Bayern | 3.806 | 29 | 23,1 % |
Quelle: BKA, PKS 2025, Länder-Falltabelle T01 mit Häufigkeitszahlen (gerundet).
Berlin liegt mit rund 288 Fällen je 100.000 Einwohner fast dreimal über dem Bundesschnitt, Bayern mit rund 29 Fällen weit darunter. Nordrhein-Westfalen stellt allein ein Drittel aller bundesweit registrierten Fälle. Auch die Aufklärung unterscheidet sich stark: In Hamburg und Berlin wurde 2025 nicht einmal jeder zwölfte Fall aufgeklärt, in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Bayern fast jeder vierte.
Das passt zur Einschätzung des BKA, wonach die Schwerpunkte in Metropolen und städtischen Regionen sowie in Gegenden entlang von Fernstraßen und Bahntrassen liegen. Die Grundtabelle bestätigt das: Knapp ein Drittel der Fälle (26.379) entfiel 2025 auf Städte mit 500.000 und mehr Einwohnern. Auf dem Land ist man aber nicht automatisch sicher – rund 18.400 Fälle registrierte die Polizei in Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern.
Wann eingebrochen wird: Tag, Nacht und dunkle Jahreszeit
Die PKS weist den Tageswohnungseinbruch gesondert aus. Gemeint sind Taten, deren Tatzeit sich auf 6 bis 21 Uhr eingrenzen lässt. 2025 waren das 31.332 Fälle, also knapp 38 Prozent aller Wohnungseinbrüche (2024: 29.373). Viele Einbrüche geschehen demnach tagsüber, wenn Bewohner bei der Arbeit, beim Einkaufen oder unterwegs sind – das widerlegt die verbreitete Annahme, Einbrecher kämen vor allem nachts.
Jahreszeitlich registriert die Polizei laut BKA im Winterhalbjahr mehr Fälle als im Sommerhalbjahr. Die frühe Dunkelheit an Spätnachmittagen erleichtert es Tätern zu erkennen, welche Wohnungen leer stehen, und sich unbeobachtet zu bewegen. Polizei und die Initiative K-Einbruch nutzen deshalb die Zeitumstellung Ende Oktober jedes Jahr für den „Tag des Einbruchschutzes“. Praktische Konsequenzen: Tür beim Verlassen immer abschließen statt nur zuziehen, Fenster nicht gekippt lassen, Licht per Zeitschaltuhr steuern und den Briefkasten bei längerer Abwesenheit leeren lassen.
Wer die Täter sind
Nach Einschätzung des BKA dominieren unter den ermittelten Tatverdächtigen örtlich-regionale Täter. Sie sind oft polizeibekannt und lassen sich grob in drei Gruppen einteilen: ältere Gewohnheitstäter, Banden von Jugendlichen und Heranwachsenden sowie Drogenkonsumenten, die mit Einbrüchen ihre Sucht finanzieren. Daneben spielen überregional und international agierende „reisende Täter“ weiterhin eine große Rolle. Für die Prävention ist die Unterscheidung zweitrangig: Beide Gruppen suchen schlecht gesicherte Zugänge und brechen ab, wenn sie zu lange brauchen.
Dunkelfeld und Schäden: Was die PKS nicht zeigt
Die PKS erfasst nur Taten, die der Polizei bekannt werden. Laut dem bundesweiten Viktimisierungssurvey SKiD 2024, auf den der PKS-Bericht verweist, wurden nur etwa 57 Prozent der Wohnungseinbrüche der Polizei bekannt. Bei vollendeten Taten lag dieser Anteil bei 87 Prozent, bei Versuchen nur bei 48 Prozent. Gerade gescheiterte Einbrüche werden also oft nicht angezeigt. Dabei helfen auch Anzeigen von Versuchen der Polizei, Tatserien zu erkennen – und Spuren an Tür oder Fenster sind für die Hausratversicherung wichtig.
Die Angst vor einem Einbruch ist verbreitet: Nach SKiD 2024 ist mehr als jede vierte Person (28,6 Prozent) ziemlich oder sehr stark beunruhigt, dass bei ihr eingebrochen werden könnte. Auch die Versicherer verzeichnen steigende Belastungen. Nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) zählten sie 2025 etwa 100.000 Einbruchsfälle mit versicherten Schäden von rund 380 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schaden je Einbruch stieg auf 3.850 Euro – den höchsten Wert seit Beginn der Messung. Die Zahlen des GDV sind nicht direkt mit der PKS vergleichbar, weil sie anders erhoben werden.
Was Mieter und Eigentümer daraus ableiten können
- Das Risiko steigt wieder, ist aber regional sehr verschieden. Wer in einer Großstadt wohnt, insbesondere in Berlin, Bremen, Hamburg oder Teilen Nordrhein-Westfalens, ist statistisch deutlich stärker betroffen als im Süden oder Osten.
- Mechanik wirkt. Knapp 45 Prozent der Taten scheitern im Versuch. Einbruchhemmende Türen, Zusatzschlösser und gesicherte Fenster sind die Basis; Alarmanlagen und vernetzte Technik ergänzen sie. Welche Schlossarten es gibt und wie sie sich unterscheiden, zeigt unser Überblick Türschloss-Typen.
- Förderung prüfen, bevor Sie beauftragen. Für Einbruchschutz gibt es einen zinsgünstigen KfW-Kredit, der allerdings vor Beginn der Maßnahme beantragt werden muss. Einzelheiten erklärt unser Beitrag zur KfW-Förderung für Einbruchschutz.
- Kostenlose Beratung nutzen. Die (kriminal-)polizeilichen Beratungsstellen beraten kostenlos und herstellerneutral zu Schwachstellen am eigenen Objekt.
Muss nach einem Einbruch oder Einbruchsversuch eine Tür gesichert oder ein Schloss ersetzt werden, finden Sie Schlüsseldienste und Fachbetriebe für Sicherheitstechnik in Ihrer Region in unserem Verzeichnis.
Häufige Fragen
Wie viele Wohnungseinbrüche gab es 2025 in Deutschland?
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 des BKA weist 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl aus, einschließlich strafbarer Versuche. Das sind 4.484 Fälle oder 5,7 Prozent mehr als 2024 (78.436 Fälle).
Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen?
2025 lag sie bei 14,1 Prozent: Von 82.920 erfassten Fällen wurden 11.672 aufgeklärt. 2024 waren es noch 15,3 Prozent. Zwischen den Ländern schwankt die Quote stark, von 7,4 Prozent in Hamburg bis 24,4 Prozent in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
Wie viele Einbrüche bleiben im Versuch stecken?
2025 endeten 37.249 Fälle im Versuchsstadium, das entspricht 44,9 Prozent. Das BKA führt den langfristig gestiegenen Versuchsanteil – 1993 waren es 28,3 Prozent – vor allem auf technische Sicherungseinrichtungen zurück.
In welchem Bundesland wird am häufigsten eingebrochen?
Bezogen auf die Einwohnerzahl in Berlin mit rund 288 Fällen je 100.000 Einwohner, gefolgt von Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Am niedrigsten war die Belastung 2025 in Bayern mit rund 29 Fällen je 100.000 Einwohner.
Wird eher tagsüber oder nachts eingebrochen?
Beides kommt häufig vor. 2025 erfasste die PKS 31.332 Tageswohnungseinbrüche mit Tatzeit zwischen 6 und 21 Uhr, knapp 38 Prozent aller Fälle. Im Winterhalbjahr registriert die Polizei laut BKA mehr Einbrüche als im Sommer.
Sollte ich auch einen gescheiterten Einbruchsversuch anzeigen?
Ja. Nach der Dunkelfeldstudie SKiD 2024 erfährt die Polizei nur von etwa 48 Prozent der Einbruchsversuche. Anzeigen helfen, Tatserien zu erkennen, und Spuren an Tür oder Fenster sind oft auch für die Versicherung wichtig.
Woher stammen die Zahlen in diesem Artikel?
Aus dem BKA-Factsheet zum Wohnungseinbruchdiebstahl, den Bund- und Ländertabellen der PKS 2025 sowie dem PKS-Bericht an die Innenministerkonferenz. Die Versicherungszahlen stammen vom GDV (siehe Quellen).
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Quellen
- BKA – Factsheet PKS 2025: Wohnungseinbruchdiebstahl (PDF) ↗
- BKA – Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: Kriminalität in Deutschland auf einen Blick ↗
- BKA – PKS 2025, IMK-Bericht (PDF) ↗
- BKA – PKS 2025, Bund: Grundtabelle Fälle T01 (XLSX) ↗
- BKA – PKS 2025, Länder: Fälle und Häufigkeitszahlen T01 (XLSX) ↗
- BKA – Factsheet PKS 2024: Wohnungseinbruchdiebstahl (PDF) ↗
- BKA – PKS 2024, Bund: Grundtabelle Fälle T01 (XLSX) ↗
- BKA – Themenseite Wohnungseinbruchdiebstahl ↗
- K-Einbruch (Polizei) – Polizeiliche Kriminalstatistik Einbruch ↗
- GDV – Wohnungseinbrüche: Schäden steigen auf 380 Millionen Euro ↗